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AktionCOURAGE e.V.
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Für Integration und interkulturelle Öffnung
Der Verein AktionCOURAGE fördert seit 1992 die politische Mitwirkung von Menschen mit Migrationshintergrund und wirkt Fremdenfeindlichkeit entgegen. In mehrfach ausgezeichneten Projekten engagiert sich der Verein gegen Rassismus an Schulen, für die interkulturelle Öffnung von Kindertageseinrichtungen und der Altenhilfe.

- © AktionCOURAGE
Diskriminierungen jeglicher Art sind ein Angriff auf die Menschenwürde, stellen die Initiatoren von AKTION
COURAGE fest. Die Organisation setzt sich mit
Aktionen und Projekten bundesweit gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie für die interkulturelle Öffnung von Kindertageseinrichtungen,
Schulen, Betrieben und der Altenhilfe ein.
AKTION
COURAGE e. V. fördert die politische Mitwirkung von Menschen mit Migrationshintergrund und wirkt Fremdenfeindlichkeit entgegen. Als Anfang der 90er
Jahre eine Welle der rechten Gewalt Deutschland erfasste, in Orten wie Mölln, Solingen, Hoyerswerda und Rostock, wollten viele Menschen in Deutschland nicht
mehr zuschauen und warten, bis die Politik gegen die Missstände vorgeht.
Daher gründeten 1992 verschiedene Bürgerinitiativen, Menschenrechtsgruppen, Vereine und Einzelpersonen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und politischen
Lagern den Verein AKTION
COURAGE.
Schwerpunkt Schulen und Jugendliche

- © IGS Bonn Beuel
1995 entstand das Projekt "Schule ohne Rassismus", das speziell Jugendliche in Schulen erreichen will, um fremdenfeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken. Und
das funktioniert so: Wenn sich eine Schule gegen Rassismus engagieren möchte, müssen sich zwei Drittel aller Schüler und Lehrer per Unterschrift zu den
Grundsätzen von "Schule ohne Rassismus - Schule mit COURAGE" bekennen und sich damit bei AKTION
COURAGE bewerben.
Dafür verpflichtet sich die Schule, pro Jahr mindestens eine Aktion durchzuführen. Wichtig ist dabei vor allem die eigene Motivation der Schüler und Lehrer.
Danach darf sich die Schule dann offiziell "Schule ohne Rassismus" nennen und das mit illustrer Unterstützung: Die Schüler sollen nämlich einen Prominenten
bestimmen, der eine Patenschaft über die Schule übernimmt.
Darunter finden sich Sportler wie Ralf Schumacher, Politiker wie Cem Özdemir oder Popstars wie die Fantastischen Vier, Xavier Naidoo, die Prinzen oder Herbert
Grönemeyer. Dafür kann AKTION
COURAGE im Gegenzug ein Netzwerk anbieten und Anregungen geben.
Die Schüler werden bei ihren geplanten Aktivitäten nicht nur von der Bundeskoordination und den Landeskoordinationen von AKTION
COURAGE unterstützt, sondern
auch von diversen Kooperationspartnern aus der Jugendarbeit. Das Kooperationsnetz bietet Beratung und Information für Schüler, aber auch für Pädagogen und
Multiplikatoren. Außerdem werden Treffen und Seminare organisiert. Zusatzkompetenzen, die sonst erst im Berufsleben erworben werden, wie interkulturelle
Kompetenz und das selbständige Umsetzen von Projektideen, werden dabei ganz nebenbei vermittelt. Mit über 500 teilnehmenden Schulen bildet Schule ohne
Rassismus das größte Schülernetzwerk in Deutschland.
Integration und interkulturelle Öffnung - auch im Kindergarten und in der Altenhilfe
Das deutsche Altenhilfesystem ist bisher kaum auf die Bedürfnisse der älteren MigrantInnen eingestellt. Es mangelt an kulturspezifischen Angeboten für ältere
MigrantInnen, und der gezielte Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen den Akteuren der Altenhilfe und der Migrationsarbeit fehlt. Informationen über
schon vorhandene Angebote sind schwer zugänglich. Auch in der Fort- und Weiterbildung sowie in der Wissenschaft gibt es keine systematische Herangehensweise
an die Thematik. Um die Integration älterer MigrantInnen zu fördern, begann AKTION
COURAGE im Jahr 2002 mit dem Aufbau einer zentralen Informations- und
Kontaktstelle für die Arbeit mit älteren MigrantInnen (IKoM) in Deutschland.
Die Ziele: Die Bündelung des vorhandenen Know-Hows im Bereich Altenhilfe für MigrantInnen, die gezielte Bereitstellung von Informationen und nachahmenswerten
Konzepten für die Akteure und Förderung des Erfahrungsaustausches und der Bildung kommunaler und regionaler Netzwerke.
Die Angebote: Der in der Fachszene geschätzte IKoM-Newsletter informiert über 4.500 Akteure regelmäßig und umfassend über neue Projekte, Neuerscheinungen,
Veranstaltungen und aktuelle Meldungen. Die Kontaktdatenbank mit mittlerweile über 4.600 Einträgen enthält Informationen über bundesweit vorhandene Projekte
und Angebote zum Arbeitsschwerpunkt. Die Literaturdatenbank mit ihren inzwischen über 2.300 Einträgen ermöglicht einen guten Überblick über Veröffentlichungen
und graue Literatur zum Thema und die Homepage
www.ikom-bund.de bietet neben einem umfangreichen Veranstaltungskalender viele weitere nützliche Informationen,
z. B. Hinweise auf Wettbewerbe, Stellenausschreibungen etc. Träger und Fachleute haben die Möglichkeit, ihre Projekte, Angebote und Veröffentlichungen zentral
erfassen und bundesweit bekannt zu machen.
Vielfalt gestalten – Integration im Kindergarten

- © AktionCOURAGE
Dass das deutsche Bildungssystem, das seit Jahrzehnten besteht, es nicht geschafft hat, Kindern aus sozial schwächeren Familien die gleichen Chancen zu geben
wie Kindern aus besser gestellten Schichten ist eine bekannte Tatsache. Vor allem Kindern von Einwanderern gelingt die Teilhabe an Bildung und Kultur, an Beruf
und Politik kaum. Nötig ist ein Perspektivwechsel: "Nicht die Kinder müssen sich ändern, sondern die Einrichtungen, die sie betreuen und in denen sie die erste
außerhäusliche Bildungserfahrung machen", fordert AKTION
COURAGE. Voraussetzung dafür ist u.a., dass Migranten als Erzieher und Pädagogen arbeiten können. Denn
auf die zunehmend multinationale und multikulturelle Zusammensetzung der Kinder in Kindertagesstätten müsse professionell reagiert werden. Deshalb fördert das
Projekt "Vielfalt gestalten – Integration im Kindergarten" eine interkulturelle und vorurteilsbewusste Erziehung im Vorschulalter und bietet Fortbildungen für
pädagogische Fachkräfte an. Über die praktische Arbeit und Konzepte berichtet der kostenlose Newsletter "Kindergarten für alle" und das Infoportal "Vielfalt
gestalten".
Geschäftsstelle des Forums für eine kultursensible Altenhilfe
Das Forum für eine kultursensible Altenhilfe ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Verbänden, Migrantenselbstorganisationen und Institutionen aus den
Arbeitsfeldern der Altenhilfe. Die Geschäftsstelle des Forums ist bei AKTION
COURAGE angesiedelt.
Das Forum setzt sich für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation von älteren Migranten ein, fördert die Partizipation und Selbstbestimmung der
älteren MigrantInnen und fordert die interkulturelle Öffnung der Regeldienste der Altenhilfe. Es baut Strukturen auf, die MigrantInnen den Zugang zu Angeboten
der Altenhilfe ermöglichen bzw. erleichtern und baut Hemmnisse der Zugewanderten gegenüber den Diensten der Altenhilfe ab. Dafür entwickelt es Konzepte für die
Weiterentwicklung der kultursensiblen Altenhilfe, es berät Einrichtungen und Dienste der Altenhilfe bei der Gestaltung kultursensibler Angebote, arbeitet
partnerschaftlich mit MigrantInnenorganisationen zusammen und bietet Weiterbildungen sowie Informationsveranstaltungen an.
Auszeichnungen
Die engagierte Arbeit von AKTION
COURAGE wurde mehrfach gewürdigt: darunter mit dem Jugendkulturpreis NRW (1996), dem Förderpreis „Demokratie leben“ des
Deutschen Bundestages (1997), dem Bremer Solidaritätspreis (1998) und mit einer Menschenrechts-Sonderbriefmarke (1998). Das "Bündnis für Demokratie und
Toleranz", ein durch die Bundesminister des Innern und der Justiz gegründeter Zusammenschluss von Organisationen und Initiativen, hat das Projekt Schule
ohne Rassismus im Mai 2004 mit dem Titel "Botschafter der Toleranz" geehrt, das Projekt Vielfalt gestalten mit dem Preis "Aktiv für Demokratie und Toleranz
2008".