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Die Bewegung für indigene Völker weltweit
Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Land- und Menschenrechte indigener Völker einsetzt. Survival International legt den Schwerpunkt auf Kampagnen, Lobby- und Aufklärungsarbeit als effektive Methode, langfristig Verbesserungen für indigene Völker zu erreichen. Durch Bildungsarbeit bemühen wir uns, bestehende Vorurteile abzubauen.

- © Survival International
Was ist Survival?
Survival ist die einzige internationale Organisation, die indigene Völker weltweit unterstützt. Sie wurde im Jahr 1969 gegründet,
nachdem ein in der britischen Sunday Times erschienener Artikel von Norman Lewis die Massaker, Landenteignungen und Völkermorde
im brasilianischen Amazonien beleuchtete. Wie viele andere Grausamkeiten unserer Zeit geschah die rassistische Unterdrückung der
brasilianischen Indianer im Namen des „Wirtschaftswachstums”.
Heute hat Survival Anhänger in 82 Ländern. Wir arbeiten auf drei sich gegenseitig ergänzende Arten für die Rechte indigener Völker
Aufklärung, Lobbyarbeit und Kampagnen. Außerdem bieten wir den indigenen Völkern eine Plattform, auf der sie die Außenwelt direkt
ansprechen können. Wir arbeiten eng mit lokalen, indigenen Organisationen und konzentrieren uns auf die Völker und Gruppen, die
am meisten zu verlieren haben - in der Regel die, die gerade erst mit der Außenwelt in Kontakt gekommen sind.
Wir glauben, dass die öffentliche Meinung die wirksamste Kraft für Veränderungen darstellt. Mit ihrer Hilfe wird es Regierungen
und Firmen immer schwieriger und letztendlich unmöglich sein, indigene Völker zu unterdrücken.

- © Survival International
Survival Aufklärungsarbeit
Unsere an die Menschen im „Westen” und im „Norden” gerichteten Aufklärungsprogramme zielen darauf ab, den Mythos zu zerstreuen,
dass es sich bei indigenen Völkern um „Relikte” handelt, deren Schicksal es ist, durch so genannten Fortschritt unterzugehen.
Wir fördern Respekt vor ihren Kulturen und erklären die zeitgenössische Bedeutung ihrer Lebensformen.
Die Aufklärungsarbeit von Survival nimmt verschiedene Formen an, sowohl schulisch als auch außerschulisch, für Kinder sowie für
Erwachsene. Wir stellen Lehrern und Studenten kostenfreie Arbeitsmaterialien zur Verfügung, halten Vorträge und Unterrichtsstunden
über indigene Völker in Schulen und informieren die interessierte Öffentlichkeit durch Vorträge, Bücher, Konferenzen,
Fotoausstellungen und mehr.

- © Survival International
Survival Lobbyarbeit
Wir bieten Repräsentanten indigener Völker ein Forum, direkt mit den Firmen zu sprechen, die in ihr Land einfallen. Außerdem
verbreiten wir über Radio und in Schriftform Informationen an indigene Völker und deren Vertreter – wir berichten, wie es anderen
Indigenen ergeht und warnen vor Bedrohungen, die von multinationalen Firmen ausgehen. Auf diese Weise ermöglichen wir ihnen Zugang
zu den Informationen, die sie benötigen, um sich Gehör zu verschaffen.
Des Weiteren spielt Survival eine große Rolle dabei sicherzustellen, dass humanitäre, bildungsbezogene und medizinische Projekte
und Selbsthilfeprojekte mit indigenen Völkern angemessen finanziert werden. Ein gutes Beispiel dafür ist der „medizinische
Hilfsfond der Yanomami”, mit dessen Hilfe in manchen indianischen Gebieten die Malaria fast völlig ausgerottet werden konnte.
Survival Kampagnen
Survival kämpft in weltweiten Aktionen um die Rechte indigener Völker. Wir waren die Ersten auf diesem Gebiet, die von Sibirien
bis Sarawak, von Kanada bis Kenia zu Briefkampagnen aufriefen. Im Jahr 2000 gab zum Beispiel die indische Regierung ihren Plan
auf, das isoliert lebende Volk der Jarawa umzusiedeln, nachdem sie täglich von Survival-Anhängern auf der ganzen Welt 150-200
Briefe erhielt. Kurz davor ordnete der Gouverneur von Westsibirien innerhalb von nur wenigen Wochen nach Erscheinen eines
Survival-Bulletins ein fünfjähriges Verbot von Ölbohrungen in der Region der Jugan-Chanty an. Dies sind nur zwei von vielen
Erfolgsberichten.
Unsere Aktionen richten sich nicht nur an Regierungen, sondern auch an Firmen, Banken, extremistische Missionare, Guerilla-Armeen,
engstirnige Naturschützer und jeden, der die Rechte der indigenen Völker verletzt. Survival war die erste Organisation, die auf
die zerstörerischen Auswirkungen der Projekte der Weltbank aufmerksam machte, die inzwischen als eine erhebliche Ursache für das
Leiden in vielen armen Ländern erkannt wurden. Zusätzlich zu den Briefkampagnen, die Tausende von Protesten generieren, wenden
wir viele andere Taktiken an: wir halten Mahnwachen vor Botschaften und üben Druck auf Menschen in Machtpositionen aus; wir
verschaffen indigenen Völkern bei der UN direktes Gehör und nehmen Einfluss beim Entwurf von internationalen Gesetzen; wir
informieren indigene Völker über ihre Rechte und führen publikumswirksame Aktionen durch. Alles, was wir tun, basiert auf unserem
direkten Kontakt zu hunderten indigener Völker.
Was macht Survival einzigartig?
Survival ist eine der ältesten und zugleich die größte Organisation, die sich für die Rechte indigener Völker einsetzt. Wir sind
die einzigen, die sich auf Aktionen als effektive Methode, langfristige Verbesserungen für indigene Völker zu erreichen,
konzentriert. Wir sind die einzige größere Organisation ihrer Art, die keine Geldmittel von nationalen Regierungen annimmt,
sondern finanziell ganz auf die Öffentlichkeit angewiesen ist. Dadurch wird auf der einen Seite Aktionsfreiheit garantiert,
auf der anderen Seite ist unsere Finanzlage aufs äußerste gespannt. Survival-Materialien sind in der ganzen Welt in vielen
verschiedenen Sprachen erhältlich. Survival ist ein in Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland, den Niederlanden und
Spanien eingetragener gemeinnütziger Verein.
Survival hat als einzige indigene Völker unterstützende, internationale Organisation die als „alternativer Nobelpreis” bekannte
Auszeichnung Right Livelihood Award erhalten; ebenfalls die spanische Premio Léon Felipe und die italienische Medaglia della
Presidenza della Camera dei Deputati. Am wichtigsten für uns ist es aber, dass zahllose indigene Völker und ihre Organisationen
in der ganzen Welt unsere Arbeit lobend anerkennen.
Was bringt die Zukunft?
Seit 1969 hat sich die Haltung der „entwickelten” Welt den indigenen Völkern gegenüber stark verändert. Damals wurde davon
ausgegangen, dass sie entweder aussterben oder sich assimilieren würden. Heutzutage werden, zumindest in manchen Ecken der Erde,
ihre Erfahrungen und Werte als wichtig erkannt. Survival hat die früher als Randfragen behandelten Belange der indigenen Völker
zu wichtigen politischen und kulturellen Themen gemacht. Darin liegt wahrscheinlich unser größter Erfolg. Trotzdem bestehen
weiterhin viele Barrieren aus Rassismus, Tyrannei und Habgier, die es zu überwinden gilt.