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ABC - Stiftung für Lateinamerika
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Förderung der schulischen und beruflichen Ausbildung von Kindern in Lateinamerika
Zweck der ABC-Stiftung für Lateinamerika ist die Förderung der schulischen und beruflichen Ausbildung von Kindern in Lateinamerika. Die Fördermaßnahmen sollen sowohl zur Anhebung des Bildungsstandards als auch zur Charakterfestigung der Kinder beitragen.

- © ABC - Stiftung für Lateinamerika
Ohne Bildung keine Weiterentwicklung und kein breiter Wohlstand!
Viele Länder der "zweiten und dritten" Welt leiden unter mangelnder Bildung und Ausbildung breiter Bevölkerungsschichten. Das verfestigt die
Konzentration von Wissen, wirtschaftlichem Einfluß und politischer Macht auf wenige Hände und erleichtert den korrupten Umgang mit den
Ressourcen eines Landes.
Erst eine breit angelegte Bildung und Ausbildung schafft die Grundlage für demokratische Systeme und die Chance für alle, an der Entwicklung eines
Landes teil zu haben. Das wiederum kommt allen zu Gute und erhöht den Wohlstand der Gemeinschaft insgesamt.
Die Idee der ABC-Stiftung ist es, einen kleinen Beitrag in diese Richtung zu leisten und als Keimzelle für weitere, insbesondere private Initiativen
zu dienen.

- © ABC - Stiftung für Lateinamerika
Wesentliche Rahmenbedingungen für die Erfüllung des Stiftungszweckes sind:
- es sollen bedürftige aber begabte Jugendliche unterstützt werden, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit zu erhöhen;
- da die Stiftung nur über begrenzte Mittel verfügt, soll "für den Markt" ausgebildet werden, damit "es sich rechnet" und die Förderung
weiterer Jugendlicher möglich bleibt;
- die Stiftung soll dort und in Bereichen tätig werden, wo noch keine anderen Organisationen ähnliche Projekte verfolgen, um "das Rad nicht
noch einmal zu erfinden". Eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, um Erfahrungen und Synergien zu nutzen, ist sinnvoll und gewünscht.
Die Stiftung wird sich konkret damit befassen, Jugendlichen eine höhere Ausbildung in technischen, umweltfreundlichen Berufen zu ermöglichen.
Insbesondere wird die Stiftung Ausbildungslehrgänge in folgenden vier Bereichen anbieten:
- Solarenergie
- Wasseraufbereitung
- Alternative Bodenbearbeitung
- Luftreinigung
Unser Ziel ist, schon bei der Auswahl der begabten aber bedürftigen Jugendlichen die zukünftigen Berufsmöglichkeiten zu optimieren, d.h., die
Jugendlichen in die Lage zu versetzen, nach der Ausbildung eine angestellte oder selbständige Tätigkeit aufzunehmen.
Bericht 2002
Das Jahr 2002 war das wichtigste seit Gründung der Stiftung im Jahr 1998! Die ersten "operativen" Aktivitäten wurden entschieden und durchgeführt.

- © ABC - Stiftung für Lateinamerika
Im Sinne des Stiftungszwecks hat die Stiftung im Jahr 2002 eine Lernwerkstatt und einen Lehrgang für Photovoltaik in Mexico eingerichtet. Das
Projekt führt den Namen "PROYECTO SOL" (Projekt SONNE). Jugendliche lernen, wie aus Sonnenenergie Strom gewonnen werden kann und dieser Strom für
Wasserförderung und -aufbereitung, für Bewässerung von Sportanlagen und Anbauflächen oder andere Zwecke eingesetzt werden kann.
Die Photovoltaik eignet sich besonders gut für die dezentrale Energiegewinnung in Schwellenländern insbesondere im ländlichen Bereich und überall
dort wo Strom gebraucht wird, aber noch nicht aus großen Kraftwerken geliefert werden kann. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Anwendungen
(übrigens auch in Deutschland), bei denen die Photovoltaik ökonomisch sinnvoll (also auch ohne öffentliche Subventionen) eingesetzt werden kann.
Um den Ausbildungslehrgang und die Werkstatt einzurichten, bedurfte es einer Reihe wichtiger Entscheidungen. Zunächst ist mit dem Orden der
Salesianer von Don Bosco, der seit über 100 Jahren weltweit in der Jugendausbildung tätig ist, eine Kooperation vereinbart worden. In Mérida
(Staat Yucatán), Mexico, haben die Salesianer von Don Bosco Ausbildungseinrichtungen für Jugendliche aus der Region aufgebaut. Unter anderem
werden die Jugendlichen in technischen Berufen ausgebildet (Schreiner, Computerfachleute, Elektriker usw.). Die ABC-Stiftung für Lateinamerika
fördert innerhalb der Infrastruktur der Salesianer von Don Bosco die Ausbildung von Jugendlichen in innovativen Fachgebieten, mit dem Ziel, den
Jugendlichen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.
Zunächst mussten Lehrer im Fachgebiet Photovoltaik ausgebildet werden. Voraussetzung dafür war, einen geeigneten "Lehrer für Lehrer" zu finden,
der die Lehrkräfte vor Ort ausbilden sollte. Der Lehrer musste einerseits die spanische Sprache beherrschen, andererseits auch über pädagogische
und fachliche Kenntnisse verfügen. Außerdem musste er bereit sein, drei bis vier Monate nach Mérida auf die Halbinsel Yucatán zu ziehen, um die
Lehrerausbildung vor Ort durchzuführen. Nach langer Suche sowohl in Deutschland als auch in den USA und natürlich Mexico konnten wir Ingeniero
Miguel Nolasco Mejía aus Mexico-Stadt gewinnen. Miguel Nolasco beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Solarenergie.
Er lehrt Technik und Sprachen am Politechnischen Institut in Mexico. Im Sommer 2002 haben wir mit Miguel Nolasco einen drei-Monatsvertrag
geschlossen; bereits Anfang Oktober konnte der Ausbildungslehrgang für die Lehrer beginnen.
Des weiteren brauchten wir didaktisches Material, um die Ausbildung zu kodifizieren und den Lehrgang so anschaulich wie möglich zu gestalten.
Das Material fanden wir in Spanien, wo die Firma Censolar (www.censolar.es) seit vielen Jahren Fernstudiengänge in Solartechnik anbietet. Dieses
Lehrmaterial eignet sich hervorragend für unseren Lehrgang.
Außerdem wird mit moderner Technik dafür gesorgt, dass die Schüler (und Lehrer) vor Ort "am Gerät" lernen, experimentieren und arbeiten können.
Die dazugehörige Technik fanden wir mit Hilfe und Rat von Prof. Dr. Heinz Hullmann (Architekt und Experte für die Integration von Solartechnik
in Gebäuden, www.hwp-hullmann-willkomm.de) sowie von Dr. Bendel, Leiter des ISET (Institut für Solare Energieversorgungstechnik an der
Gesamthochschule Kassel, www.iset.uni-kassel.de). Als "spin-off" aus dem ISET hat sich die Firma IKS (www.iks-photovoltaik.de) entwickelt, die u.a.
Laborinstallationen für die Ausbildung von Solartechnikern entwickelt. Die ABC-Stiftung erwarb einen sog. "Solartrainer" zur Vorführung der
Photovoltaik-Technik. Diese Anlage wurde nach aufwendigen Verhandlungen mit den mexikanischen Behörden praktisch ohne Auflagen und abgabenfrei
nach Mexico importiert.
Der Lehrer, das didaktische Material aus Spanien und der Solartrainer aus Deutschland sind seit Oktober im Einsatz, die Lehrerausbildung läuft
auf vollen Touren!
Nach Abschluss ihrer Ausbildung werden die Lehrer den Unterricht für die interessierten Jugendlichen übernehmen. Ab Frühjahr 2003 sollen jeweils
10-15 Jugendliche in Photovoltaik ausgebildet werden. Die Kurse werden etwa 6 Monate dauern.
Die Auswahl der Jugendlichen übernehmen die Salesianer, die die Kandidaten und ihr soziales und finanzielles Umfeld kennen. Voraussetzung für eine
Förderung ist die finanzielle Bedürftigkeit, aber auch die persönliche und fachliche Eignung der Jugendlichen. Zudem ist erwünscht, dass jeder
Schüler eine kleinen - aber eigenen - finanziellen Beitrag zu seiner Ausbildung leistet.
Im Rahmen der Ausbildung wird Anfang 2003 ein Pilotprojekt vor Ort aufgestellt. Eine Solarzellenanlage samt Wasserpumpe soll für die Bewässerung
der Sportanlagen, Gemüsebeete und Obstbäume und auch für die Bereitstellung von Trinkwasser installiert werden. Dieses Pilotprojekt dient sowohl
zu Demonstrationszwecken als auch als Lernobjekt, um den Schülern und Lehrern, aber auch der mexikanischen Öffentlichkeit, den Nutzen und das
Potenzial der Sonnenenergie zu eröffnen. Dank großzügiger Spenden der Solarfabrik AG (www.solarfabrik.de) in Freiburg und der Stiftung Wasser
(www.stiftung-wasser.org) in Essen konnte das Pilotprojekt schon im Vorfeld finanziert werden!
Die größte Herausforderung jedoch steht noch aus: Nach Abschluss des ersten Lehrganges will die ABC-Stiftung dafür sorgen, dass die Jugendlichen
die erlernten Kenntnisse auch anwenden können. Das kann in bestehenden Elektrikerbetrieben geschehen als auch bei Photovoltaik-Installateuren in
der Küstenregion um Cancún oder in Hotel- und anderen Anlagen, die bereits Photovoltaik-Anlagen im Betrieb haben.
Denkbar ist sogar die Gründung von Kleinunternehmen, mit Hilfe der Stiftung, die von der Vermarktung über die Konzeption bis hin zur Installation
und Wartung der Photovoltaik-Anlage die gesamte Dienstleistungspalette anbieten.
Es gibt also noch viel zu tun und wir werden weiter informieren.
Bis dahin vielen Dank für die gedankliche Begleitung, die wertvollen Ratschläge und die praktische und finanzielle Hilfe!